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Flurbereinigung ist ein Jahrhundertwerk
Es wurde Bilanz für ein
fast zehn Jahre währendes Vorhaben gezogen. Aus dem Jahre 1977 datiert der
Beginn der Flurbereinigung in Harlingerode, die in ihrem Ausmaß fast an
die Separation des vergangenen Jahrhunderts herankommt. Anlass dazu war
der Bau der Bundesautobahn quer durch die Feldmark, der fast 30 Hektar
Fläche benötigte. Ziel war es, den Landverlust auf einen größeren Kreis
von Eigentümern zu verteilen, aber auch Nachteile für die allgemeine
Landeskultur zu beseitigen. |
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Die Arbeit ist im wesentlichen abgeschlossen. Grund genug
für die Teilnehmergemeinschaft, gemeinsam und mit Vertretern aller
beteiligten Dienststellen eine Rundfahrt durch die Feldmark zu unternehmen
und sich vom Stand der Dinge zu überzeugen. Diplom-Landwirt Conrad Dege
als Vorsitzender der Gemeinschaft begrüßte allerseits und übernahm die
Leitung.
Als Zweck des Treffens bezeichnete es Dege, allen
Beteiligten Dank zu sagen, zum anderen aber eine Bilanz zu ziehen, nachdem
das Verfahren weitgehend abgeschlossen ist. Viel Arbeit habe es gegeben,
nicht immer war sie frei von Differenzen. Erwartungen und Forderungen
erwiesen sich manchmal als zu hoch, im übrigen sei man hinterher immer
schlauer als zuvor. Zur Landschaftspflege sei zu sagen, dass seit 100
Jahren nicht soviel Pflanzungen vorgenommen wurden wie jetzt, die
Auswirkungen würden sich erst in der Zukunft voll zeigen.
Energisch wies Dege polemische Stellungnahmen gegen die
Landwirte zurück. Sie seien keine Naturzerstörer und wüssten auch um die
große Zukunftsaufgabe, die Umweltbelastungen in Grenzen zu halten. Auf
eigene Kosten habe er selbst in letzter Zeit 3000 Gehölze an den Teichen
im Steinfeld gepflanzt. Zu diesem Thema hatte Direktor Gerhard Zeuschner
von der Landwirtschaftskammer vor Ort die vielerlei Maßnahmen zur
Untersuchung, Behebung und Messung von Bodenschäden erläutert, wobei man
von einem Rückgang der Messwerte ausgehen könne. Über die Anlage von Feld-
und Vogelschutzgehölzen, Begründung beiderseits des Hurlebaches,
Grünpflanzungen an der Autobahn und weitere Maßnahmen berichtete Amtsrat
Kluge, dass schon 1979 einen umfassenden Wege- und Gewässerplan mit einem
landschaftspflegerischen Begleitplan erstellte. Amtsleiter Schräber
ergänzte mit weiteren Zahlen und machte deutlich, dass es auch ein
Verdienst der Teilnehmergemeinschaft sei, wenn alles so verhältnismäßig
schnell über die Bühne ging.
Stadtdirektor Voigt erklärte, dass er als alter
Harlingeröder natürlich gern gekommen sei. Er erinnerte an die 1962
erfolgte Gründung der Gesellschaft für Landschaftspflege, die sich 1976
auflöste, weil keine Flächen mehr zur Verfügung standen. Damit seien auch
schon die Grenzen der Nachfolgegesellschaft gesetzt. Was fehle, seien
gesetzliche Grundlage und Dauerfinanzierung. Den Begriff "Enteignung" höre
er nicht gern, da es von vornherein die Kontaktbasis zerstöre. Ihm schwebe
vor, zwanglose Gespräche mit Landwirtschaft, Industrie und anderen zu
führen und so vielleicht leichter an Flächen zu kommen. Sicher sei das
eine Dauerarbeit, neue Pfade müssten gegangen werden.
Baudirektor Ludewig betonte, dass auch die Straßenbauer
ständig bemüht seien, zu einer besseren Umwelt beizutragen. Er hoffe, dass
man auch in Harlingerode zu diesem Eindruck gekommen sei. Vertreter der
Berufsorganisationen lobten das sachgerechte Verhalten der Harlingeröder
Landwirte und empfahlen ihnen, auch weiterhin "immer etwas voraus" zu
sein. Teilnehmer Hasso Schickler übernahm es am Schluss, Stellvertreter
Hermann Breustedt und Conrad Dege den Dank der Gemeinschaft für alle
Arbeit und Mühe auszusprechen. |