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Ortschronik

Seit dem Jahr 1053 ist Harlingerode sicher überliefert. Der Ort war bis in das 18. Jahrhundert ein eher unscheinbares Bauerndorf, das in seiner Größe mit dem heutigen Bettingerode vergleichbar war. Eine lokale Rolle spielte Harlingerode einzig als Kirchdorf: Zur Kirchengemeinde Harlingerode gehörten neben dem Kernort auch Oker (bis 1881) und Schlewecke (bis 1950). 

Ab dem späten 19. Jahrhundert begann sich Harlingerode schließlich immer stärker zum gewichtigen Wirtschaftsstandort zu entwickeln. Industriebetriebe wie das Sägewerk Klages und die Grube Hansa wurden gegründet, 1912 erhielt Harlingerode Bahnanschluss. Wahr ist leider auch, dass der wirtschaftliche Höhepunkt unseres Stadtteils im engen Kontext mit dem Zweiten Weltkrieg steht, denn erst die Materialnöte des Dritten Reichs haben zu so einschneidenden Entwicklungen wie der Neugründung von Göttingerode und der Zinkhütte in den 1930er-Jahren und den Einwohnerrekord von ca. 6.200 Einwohnenden um 1950 herum geführt.

 

Die Bedeutung von Harlingerode hat nachgelassen. Es wird aber gern vergessen, dass die Lebensqualität massiv zugenommen hat: Erst seit Beginn der 1960er-Jahre gibt es hier überhaupt eine Kanalisation, und die Wohnsituation der Nachkriegszeit war für heutige Verhältnisse außerordentlich beengt.

Heute ist Harlingerode weder ein Dorf (die dörflichen Strukturen sind im späten 20. Jahrhundert weitestgehend erodiert) noch ein Flecken oder eine Kleinstadt, wie es als Bezeichnung vielleicht als eigene Gemeinde angemessen wäre. Wir sind ein Stadtteil, aber mit ausgeprägter industrieller Vorgeschichte. Und die Zukunft, insbesondere die wachsende Recyclingbranche im Rahmen einer neuen Ressourcenpolitik, wird zeigen, wie sich unser Ort entwickelt. 

Tauchen Sie in den Werdegang unseres Orts ein, den wir für Sie so detailreich und faktenbasiert wie möglich zusammengestellt haben. Es ist (fast) garantiert etwas dabei, das Sie noch nicht über unseren Ort kannten!