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Wie die Erdachse nach Harlingerode kam: Harlingerode feiert 950 Jahre Ersterwähnung


Festumzug vom Hof Willeke (Immenröder Str. 8) durch das Dorf zurück zur St.-Marien-Kirche am 3. Juni 2003.

Im Jahre 2003 feierte Harlingerode sein 950-jähriges Jubiläum der Ersterwähnung in einer Schenkungsurkunde an das Domstift Goslar. Bis zu jener Zeit herrschte ein Graf namens Thietmar von Sachsen über die Ortschaft. Dieser soll jedoch gegenüber dem herrschenden Kaiser Heinrich den Dritten in Ungnade gefallen sein, sodass sein Vermögen - unter anderem ein Weiler namens Heregeltingerot - konfisziert wurde. Heinrich III. schenkte dieses kleine Dorf am 3. Juni 1053 dem Domstift Goslar. Die hier ausgestellte Urkunde ist der erste Beweis, dass Harlingerode existierte (das Dorf selbst wurde früher, aber zu unbekanntem Zeitpunkt, gegründet).


Historischer Umzug


Um dieses Ereignis entsprechend seiner Bedeutung zu feiern, kleideten sich die Festteilnehmer in mittelalterlicher Tracht. Diese liehen sie in erster Linie vom Theater in Halberstadt. Ein großer Umzug wurde am Hof Willeke in der Immenröder Straße 8 begonnen und einmal in runder Führung innerhalb des Dorfes durchgeführt, ehe der Zug an der St.-Marien-Kirche endete.


Kaiser Heinrich III. (Joachim Niemeyer) empfängt die Schenkungsurkunde vom Harlingeröder Bürgermeister (Ralf Abrahms)

Hier wurde anschließend eine Urkundenübergabe inszeniert. Der "Bürgermeister" von Harlingerode (gespielt vom Vereinsmitglied und Harzburger Bürgermeister Ralf Abrahms) übergab Kaiser Heinrich III. (gespielt von Joachim Niemeyer) die Schenkungsurkunde.


Im Anschluss begann ein historischer Gottesdienst in der St.-Marien-Kirche. Zum Amüsement der Kirchenbesucher stürmte gegen Ende des Gottesdienstes ein Bauarbeiter namens Woitek in die Kirche und fragte auffällig: "Auf dem Hof der Börse habe ich bei Schachtarbeiten etwas entdeckt - ich weiß nicht, was das ist!". Es sei angemerkt, dass die "Börse" ein Gasthaus war und dieses südlich der Einmündung der Meinigstraße in die Viehweide liegt (Stand 2022 Standort der Öffentlichen Versicherung, Meinigstraße 50).


Die Erdachse wurde zur Dorftradition


Die Kirchenbesucher wurden in Folge dessen unruhig. Man entschloss sich kurzerhand, zur nur rund 100 Meter entfernten Stelle zu gehen und diese zu begutachten. Als die Masse auf dem Gelände der einstigen Börse eintraf, herrschte Rätselraten. Worum handelt es sich hier?


Doch dann meldete sich jemand:


"Das muss die Erdachse sein, weil sich ja auch alles um Harlingerode dreht!"


Und aus diesem Gag hat sich die Tradition für unseren Stadtteil entwickelt, diese Erdachse jedes Jahr zu schmieren. Wir führen sie bis heute jährlich im Rahmen der Ersterwähnungsfeier durch und blieb sogar durch Corona Anfang der 20er-Jahre ungebrochen - wenn auch im kleinen Kreis.



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